Nun bin ich schon zwei Wochen hier in Saigon.. Ich muss sagen es ist sehr aufregend, schritt für schritt lerne ich mit den Vietnamesen umzugehen. Aber eins könnt ihr mir glauben, das ist nicht einfach;)
Es ist sehr speziell diese Armut und daneben das übertriebene Auftreten im Stadtzentrum unter einen Hut zu kriegen. Was ich sehr schnell begriffen habe ist das die Ausländer hier aus Prinzip übers Ohr gehauen werden. Man zahlt für alles das drei- bis vierfache. Wenn ich einen Kaffee bestelle, bezahle ich 20000 Dong (1sFr), der Vietnamese daneben nur 5000 Dong.... Das sind natürlich nicht Preise aus dem Stadtzentrum, dort ist es das doppelte. Heute habe ich einem deutschen Kollegen geholfen sein Haus zu räumen. Er war vier Wochen in Deutschland und als er zurückkam war sein Haus voll von Termiten, Mäusen, Kakerlaken und was sonst noch alles für Ungeziefer hier rumläuft.. Das alleine ist aber hier noch kein Umzugsgrund. Die Vietnamesen stecken dann einfach ein par Giftpakete in das Haus und reparieren die Schränke die von Termiten zerfressen wurden... Da aber bei diesem Haus sich die Fliessen von der Wand lösen und Teile der Aussenfassade runter stürzen, durfte er ausziehen. Er geht neu in ein Appartement, sehr schön und billiger als ein Haus. Für uns sind diese Appartements zu klein, ich suche weiterhin ein Haus für uns. Eines hatte ich schon fast, aber leider hat der Landlord kurz vor unterzeichnen des Vertrages erklärt, die Miete von 3300USD reiche ihm nicht... Es ging dann plötzlich um 4000USD was mir zu viel war. Jetzt habe ich im selben Compount ein anderes Haus in Aussicht. Zwar ein bisschen älter als das erste, aber die Anlage ist sehr gepflegt und sehr sicher. Es gibt einen Spielplatz, die Jungs können dort Velofahren und es hat einen Pool für Kinder. Nach den Geschichten die ich in den ersten zwei Wochen gehört habe, ist die Sicherheit Prio.1. Es ist halt eine Grossstadt, sehr schnell wachsend und mit sehr vielen armen Leuten die hier das große Geld machen wollen.. Im Grossen und Ganzen habe ich aber das Gefühl das die Vietnamesen sehr nett sind. Bei 10 Millionen in dieser Stadt gibt es halt einige schwarze Schafe. Die MA in der Firma sind sehr nett und hilfsbereit. Auch mein Fahrer, obwohl er mich in der ersten Woche schon betrogen hat, macht jetzt einen sehr netten Eindruck und bringt mir jetzt sogar jeden Tag frische Früchte. Er hat den Wagen für private Zwecke gebraucht, was für mich ein Problem ist, da ich pro km bezahlen muss. Ich muss jeden Tag die gefahrenen km visieren und da ist mir plötzlich aufgefallen das er jeden Tag 50km mehr auf dem Zähler hat, als wir tatsächlich gefahren sind. Ich habe ihn darauf angesprochen und er erklärte mir das es langweilig sei den ganzen Tag auf dem Boschgelände auf mich zu warten. Das kann ich nachvollziehen, aber ist nicht mein Problem. Pro Monat habe ich 2600km bezahlt und alles was mehr ist, bezahle ich aus meiner Tasche. Nachdem ich ihm das erklärt habe (ziemlich deutlich, da er an dem Tag der Dritte war, der mich betrog) hat er sich entschuldigt und mir gesagt das er für jeden km ab 2600 extra Gehalt von seiner Firma kriegt.... Wie gesagt, die denken wir können das Geld von den Bäumen pflücken... Nett wie ich bin, habe ich mich nicht über ihn beschwert da er sonst seinen Job los wäre. Wir haben jetzt ein Abkommen getroffen, das er jeden Tag 100km fahren darf. Das heisst ihm bleiben pro Tag ca. 20km wo er den Wagen ohne mich benutzen darf, ich aber trotzdem unterschreibe. So brauchen wir im Monat ca. 2400km (arbeitet 6 Tage die Woche) und ich liege im Budget. Seitdem fährt er jeden Tag genau 100km und ist sehr freundlich zu mir. Gestern Abend hat er mich mit seinem Roller abgeholt und in ein vietnamesisches Lokal zum Essen eingeladen. Es war mir zwar ein bisschen unheimlich, da ich weit und breit der einzige Ausländer war unter stark Bier trinkenden Vietnamesen, frei im Lokal (Mischung zwischen Garten und Garage) herumlaufenden Hühnern, Katzen und Hunden. Meine Angst war aber vollkommen unnötig. Wir haben sehr gut gegessen, aber dazu nicht zu viele Details (Frosch und ....). Auch zu trinken gab es genug oder vielleicht sogar zuviel.. Die trinken Bier ohne aufhören, nach dem zehnten San Miguel habe ich dann gedacht es ist genug. Mein Fahrer machte einen ziemlich wackligen Eindruck und musste noch mit mir in die Stadt zurückfahren.. Zum Glück geht der Roller nur 40km/h, den ins Auto hätte ich den nicht mehr gelassen. Es war ein sehr gemütlicher Abend, wo ich die Gastfreundschaft der Vietnamesen richtig geniessen konnte. Heute werde ich nicht mehr viel verbrechen. Morgen werde ich den Zoo besuchen, soll sehr hübsch sein. Aber mehr zu meiner Zeit hier im nächsten Eintrag;)
LG an alle Backi